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Presbyterium Gottesdienst Konzeption +Konzeption im pdf Format +Gemeindeentwicklung Götterswickerhamm Voerder Kirche Möllen Rönskenhof Gruppen aller Bezirke Straßenverzeichnis
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Konzeption der Evangelischen Kirchengemeinde Götterswickerhamm Das Leitbild I. Der Auftrag II. Geschichte und Umfeld III. Zielgruppe IV. Vorhandene Arbeitseinrichtungen und –mittel V. Mitarbeitende in der Gemeinde VI. Zukunftsperspektiven VII. Ziel der Gemeindearbeit VIII. Gestaltung der Arbeitsschwerpunkte und Zuständigkeiten IX. Begleitung und Fortschreibung X. Schlussgedanken
Leitbild In unserer Gemeinde möchten wir den christlichen Glauben leben. Wir verlassen uns auf die Bibel als Fundament unseres Lebens im Alltag. Dort wollen wir bezeugen, was wir glauben und sind. Die Begegnungen und Gottesdienste in der Gemeinde sollen uns stärken und ermutigen, die Welt und die Gesellschaft, in der wir leben, verantwortlich als Christinnen und Christen mitzugestalten. Dies geschieht in vielfältiger Weise, bedingt durch die verschiedenen Menschen in unserer Gemeinde mit ihren unterschiedlichen Begabungen und Fähigkeiten. Doch uns gilt die Zusage aus 1.Korinther 12, 12-27 , dem Bild von dem einen Leib und seinen vielen Gliedern. So verstehen wir unsere Gemeinde als eine „Einheit in Vielfalt“. In gleicher Weise wissen wir uns dem Bild vom wandernden Gottesvolk aus dem Hebräerbrief verpflichtet. Wir sind auf einem Weg, den Menschen vor uns gegangen sind und andere nach uns weiter gehen werden. Unser Handeln und unsere Entscheidungen geschehen vorläufig, sind immer nur „vorletzte Dinge“ und nicht frei von Fehlern und Irrtümern. „Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die Zukünftige suchen wir.“ Hebräer 13, 14
I. Der Auftrag
Die Evangelische Kirchengemeinde Götterswickerhamm steht unter dem Auftrag, den die Kirche Jesu Christi von ihrem Herrn empfangen hat. Wir verstehen darunter:
· Die biblische Botschaft in die heutige Zeit sagen. Eine Sprache sprechen, die verstanden wird. · Christliche Werte vermitteln und erlebbar machen. Traditionelle Formen beachten, andere Formen zulassen. · Evangelium in Wort und Tat verkündigen, die Benachteiligten im Blick haben. · Glauben leben und weitersagen in Glaubwürdigkeit und Toleranz. · Christ-sein deutlich nach außen zeigen. · Aktiv sein und hingehen zu den Menschen. · Die weltweite Mission fördern. II. Geschichte und Umfeld Die Kirchengemeinde Götterswickerhamm hat in dem südlichen Gebiet der Stadt Voerde eine 1000-jährige Tradition. Hervorgegangen ist die evangelische Gemeinde aus dem „Kirchspiel Götterswickerhamm“, welches die Orte Götterswickerhamm, Holthausen, Löhnen, Mehrum, Möllen und Stockum umschloss. Zu der lutherischen Kirche in Götterswickerhamm kam 1691 die reformierte Patronatskirche der Herren von Haus Voerde. 1924 schlossen sich beide Kirchen zu einer unierten Kirchengemeinde zusammen. Nach 1950 wurden diesen beiden Predigtstätten noch zwei weitere hinzugefügt, so dass die Ev. Kirchengemeinde zur Zeit über vier Pfarrbezirke (zwei in den Außenbezirken und zwei in der Innenstadt) verfügt. Die Einwohnerzahl Voerdes ist von ca. 10.000 im Jahr 1945 auf ca. 40.000 im Jahr 2003 gestiegen. Durch Voerde verläuft die Bahnlinie Oberhausen - Emmerich - Niederlande der Deutschen Bahn. Es entwickelten sich westlich und östlich der Bahnlinie separate Geschäftszentren. Durch den Bau des neuen Rathauses (1982), eines Gebäudes mit Stadtbibliothek und Volkshochschule (2002), eines großen Kaufhauses (1993) und etlicher Wohn- und Geschäftshäuser entstand um den Marktplatz ein Ortskern. Die Gemeindeglieder waren bis nach dem 2. Weltkrieg überwiegend im landwirtschaftlichen Bereich oder als Arbeiter oder Beamte bei der Bahn tätig. Durch die Errichtung von Bergarbeitersiedlungen, den Zuzug von Flüchtlingen, Industrieansiedlungen und die Einrichtung von Gewerbegebieten kamen weitere Menschen in die Stadt. Die Ansiedlung von Bergbau-, Krupp- und Thyssenmitarbeitern führte auch zunehmend kath. Bewohnerinnen und Bewohner nach Voerde. Sie gehören zur Pfarrgemeinde St. Maria – Königin des Friedens (mit der Barbarakirche im Ortsteil Möllen und der Pauluskirche in Voerde). III. Zielgruppe Die Ev. Kirchengemeinde ist durch ihre Lage am Rande des Ruhrgebietes Wohngebiet einiger Gemeindeglieder mit gehobenem Einkommen. Gemeindeglieder aus dem Mittelstand können für ihren Lebensunterhalt und für gute Bildung ihrer Kinder sorgen. In zwei Stadtvierteln leben vermehrt Menschen mit niedrigem Einkommen oder Sozialhilfebezug. Die Rezession seit 1998 hat auch vor Voerde nicht Halt gemacht. Immer mehr Menschen wurden arbeitslos, viele Ehen scheiterten, Ein-Eltern-Familien nahmen stark zu, ebenso Single-Haushalte. Alteingesessene Gemeindeglieder waren und sind meistens eingebunden in Schützen-, Sport- und anderen Vereinen. Die Stadt Voerde, VHS, Buchhandlungen, der Verein Weiberwirtschaft, die Beratungsstelle Frau und Beruf bieten ein Spektrum verschiedenster kultureller bzw. Weiterbildungsmöglichkeiten. Dazu kommen die Angebote der Kirchengemeinden und der evangelischen Familienbildungsstätte. In der Stadt gibt es alle Schulformen. Das Ganztagsschulangebot wird erweitert und Betreuungsplätze für Kinder von 7.00 bis 17.00 Uhr werden bereitgehalten. Neben vier konfessionellen Kindergärten (2004) gibt es vier weitere Kindergärten (z. T. mit Hortplätzen) anderer Träger im Gemeindegebiet der Kirchengemeinde, sowie die Kinderspielstube. Kinder und Jugendliche können die Jugendheime der ev. und kath. Kirche, ein Internetcafé in Gemeinderäumen in Möllen, sowie ein städt. Jugendheim, ein selbstverwaltetes Jugend- und Kulturzentrum (Stockumer Schule) und Spiel- und Bolzplätze nutzen. In der Stadt haben alte Menschen die Möglichkeit, in Altenwohnungen und einem Pflegeheim (Trägerin AWO) den Lebensabend zu verbringen. IV. Vorhandene Arbeitseinrichtungen und -mittel 1. Gebäude · Kirche Götterswickerhamm (Baudenkmal, 11./12. Jahrhundert + 1834) 500 Plätze Pfarrhaus (Baudenkmal, 13. und 18. Jahrhundert) Gemeindehaus (1987) · Kirche Voerde (Baudenkmal, 1704 + 1859) 120 Plätze Pfarrhaus (Baudenkmal, 1862), Gemeindehaus „Pavillon“ (1968) · Gemeindehaus Rönskenhof (1951) 200 Plätze Pfarrhaus (1968), Jugendheim „Dietrich-Bonhoeffer-Haus“ (1971), Kindergarten (1970) · Kirche Möllen (Baudenkmal, 1961) 400 Plätze Gottesdienststätte mit Gemeinderäumen, Pfarrhaus, Jugendheim, (1961) Kindergarten (1958)
· Ev. Familienbildungsstätte in Mieträumen (seit 2000 östlich der Bahnlinie / Nähe B8) Im Gemeindegebiet sind drei Friedhöfe vorhanden: Ein kommunaler (östlich der Bahnlinie im Bezirk Rönskenhof). Dieser Friedhof erhielt 2003 eine Aussegnungshalle. Bei der Kirche Götterswickerhamm und neben der Voerder Kirche befinden sich jeweils gemeindeeigene Friedhöfe. 2. Dienststellen a) der Gemeinde 4 Pfarrstellen 1 Büro für Kinder-, Familien- und Erwachsenenarbeit 1 Jugendbüro 1 Gemeindebüro 2 Kindergärten b) des Kirchenkreises Diakonisches Werk mit folgenden Dienststellen (Stand November 2003) Flüchtlings- und Migrantenberatung Verein für Betreuungen e.V. Jugendreferat Referat für Frauen- und Erwachsenenbildung Fachberatung für Kindertageseinrichtungen Arbeitslosenzentrum „Cafe Komm“ Projekt „Rat und Tat“ Schuldnerberatung Drogenberatung Allgemeine Sozialberatung Sozialberatung bei Schwangerschaft c) Sonstige zentrales Gemeindeamt in Dinslaken (seit 2001) zentrale Diakoniestation in Dinslaken-Hiesfeld (seit 1979) Familienbildungsstätte (seit 1975) Kinderspielstube (seit 1985) 3. Finanzen
Für die Gemeindearbeit mit den Dienststellen und Arbeitsbereichen stehen im jährlichen Haushaltsplan Gelder zur Verfügung. Sinkende Gemeindegliederzahlen, reduzierte Kirchensteuereinnahmen sowie künftig wegfallende Re-Finanzierungsmöglichkeiten geben der Gemeindearbeit neue Grenzen vor. V. Mitarbeitende in der Gemeinde 1. Haupt- und nebenamtlich Mitarbeitende (Stand: Januar 2004) 1 Pfarrerin, 3 Pfarrer (Vollzeit) 2 Küster (Vollzeit) 1 Sozialpädagogin für die Kinder-, Familien- und Erwachsenenarbeit 1 Sozialarbeiterin für die Jugendarbeit (Vollzeit), 1 Honorarkraft (Zeitvertrag) 12 pädagogische Fachkräfte, (Dipl.-Soz.-Pädagogin, Motopädin, Heilpädagogin, Erzieherinnen) 8 Ergänzungskräfte (Erzieherinnen, Kinderpflegerinnen, und Kräfte ohne pädagogische Ausbildung) 2 Berufspraktikantinnen 2 Vorpraktikantinnen div. Reinigungskräfte 2 Erzieherinnen in der Spielstube (je 9,5 Wochenstunden) 1 Verwaltungskraft, mit 12 Dienststunden weitere Verwaltungskräfte im gemeinsamen Gemeindeamt in Dinslaken 5 nebenamtliche Organisten 3 nebenamtliche Chorleiter 2 Zivildienstleistende Dienstleistungsvertrag für Grünflächenpflege Bezirk Rönskenhof (Gemeindehaus, Jugendheim, Kindergarten) Gemeindezuschuss für 2 pädagogische Stellen auf 3 Mitarbeitende aufgeteilt sowie ein halbe Verwaltungsstelle und 1 Reinigungskraft in der Familienbildungsstätte 2. Ehrenamtlich Mitarbeitende in folgenden Bereichen: Gemeindeleitung und Gremienarbeit, Chorarbeit, Gruppenleitung, Kinder- und Jugendarbeit, Projektarbeit, Pressearbeit, Gemeindebrieferstellung und -verteilung, Förderverein Baudenkmal Kirche Götterswickerhamm, Leitung von Gemeindekreisen. VI. Zukunftsperspektiven
In Zukunft wird die Zahl der Kinder und Jugendlichen weiter zurückgehen, der Anteil alter Menschen in unserer Gemeinde aber zunehmen. Das Angebot muss entsprechend immer wieder angepasst werden. Die Zahl der Menschen, die Hilfe zum Lebensunterhalt oder Arbeitslosengeld erhalten ist in den drei Rheindörfern sehr gering (6), in den Stadtteilen Voerde und Möllen sind es ca. 900 Menschen. Damit liegen wir deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Dennoch dürfen wir diese Menschen nicht aus dem Blick verlieren. Die finanziellen Rahmenbedingungen unserer Arbeit werden zunehmend unsicher (Steuerreform, sinkende Zuschüsse von Kommune und Land, Kirchenaustritte). Die Anzahl der Einrichtungen und hauptamtlich Mitarbeitenden wird sich allen diesen Veränderungen anpassen müssen.
VII. Ziel der Gemeindearbeit Die Gemeindearbeit soll folgenden Zielen gerecht werden, die u. a. von den Teilnehmenden an der Zukunftskonferenz im Februar 2003 erarbeitet wurden: · Wir verstehen uns mit unseren Bezirken und unterschiedlichen Einrichtungen als eine Gemeinde. Daher versuchen wir, die unterschiedlichen Arbeitsbereiche miteinander zu vernetzen. · Unsere Kirchengemeinde lebt vom ehrenamtlichen Engagement ihrer Mitglieder. Es gilt ihre Kompetenzen zu entdecken, durch regelmäßige Fortbildungsangebote zu stärken und verantwortlich einzusetzen. · Die Kirchengemeinde versteht ihre Arbeit als offenes Angebot für alle. Jede/r soll willkommen sein. Wir möchten neue Formen phantasievoller Gemeindearbeit entwickeln und im Gemeindealltag verwirklichen. Für die einzelnen Arbeitsbereiche der Kirchengemeinde Götterswickerhamm wurden folgende Schwerpunkte formuliert: 1. Gottesdienste feiern Gottesdienste sind das verbindende Element der Gemeindearbeit. Damit möglichst viele Menschen sich dort einfinden können, muss ihre Gestaltung vielseitig sein: d.h.: Gottesdienste feiern in überlieferten und vielfältigen neuen Formen, zu unterschiedlichen Zeiten und für alle Altersgruppen. 2. Seelsorge Seelsorge erfordert ein Wahrnehmen von Nöten der Seele sowie die Fähigkeit, menschlichen Beistand zu leisten, oftmals auch durch tatkräftige Hilfe. Sie kann geschehen durch haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende. Seelsorge ist die Begleitung bei Amtshandlungen und in besonderen Lebenssituationen. Sie beinhaltet auch das vertrauensvolle Gespräch über Lebensfragen. Seelsorge meint auch „Hingehen“ zu den Menschen. Sie wird wahrgenommen von Menschen, die dazu befähigt und in der Lage sind. Seelsorge an Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen ist diakonische, pädagogische und theologische Aufgabe. 3. Diakonisches Handeln Diakonie ist Dienst am Menschen mit der Tat. In einer Zeit, in der die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander klafft, müssen die Augen für die Nöte der Benachteiligten in unserer Stadt besonders weit geöffnet sein. Veränderte Lebenssituationen lassen viele menschliche Beziehungen zerbrechen. Austausch in Bezug auf Partnerschaft, Erziehung, Entschuldung usw. ist notwendig. Neben den haupt- und ehrenamtlichen Ansprechpartnern aus der Gemeinde sollte das Diakonische Werk mit seiner Fachkompetenz nach einer regelmäßigen Präsenz in der Gemeinde gefragt werden (s. Seite 4). Diakonie als Dienst am Menschen geschieht in Beratung und konkreter Hilfe. 4. Bildungs- und Erziehungsarbeit Bildung und Erziehung sind unverzichtbare Bestandteile der Gemeindearbeit. Der großen Offenheit von Lebensformen steht eine immer größere Verunsicherung der Menschen gegenüber. In unserer Gemeinde können Menschen Hilfe, Rat und Begleitung erhalten. Bildungs- und Erziehungsarbeit ist Weitergabe von Glaubensgrundlagen und christlichen Werten sowie Kompetenzen zur Lebensgestaltung und ‑bewältigung. 5. Mission und Ökumene Mission bedeutet „Gesandt sein“ zu den Menschen mit dem Angebot der Guten Nachricht von einem gnädigen Gott, das von den Menschen angenommen oder abgelehnt werden kann. Es gilt allen Menschen auf der Welt. Ökumene ist Verpflichtung für die „Eine Welt“ und Teilhabe am ökumenischen Leben in der Stadt. 6. Gemeinde erleben Gemeinschaft und Begegnung ermöglichen ist Voraussetzung einer lebendigen Gemeinde. 7. Öffentlichkeitsarbeit Es ist wichtig, dass in der Öffentlichkeit ein klares Bild unserer Gemeindearbeit entsteht. Alle Arbeitsschwerpunkte müssen in vielfältiger Weise begleitet werden durch Information von Gemeindegliedern und Bürgern unserer Stadt. 8. Ressourcenorientiertes Handeln Ressourcenorientiertes Handeln bedeutet: Die finanziellen Rahmenbedingungen beachten, Etatplanung mit Perspektive betreiben, alternative Finanzquellen suchen und erschließen. Transparente Finanzplanung. VIII. Gestaltung der Arbeitsschwerpunkte und Zuständigkeiten 1. Gottesdienste · Traditionelle Gottesdienste am Sonntagmorgen mit und ohne Amtshandlungen · Tauferinnerungsgottesdienste, Jubiläen · Gottesdienste für Kleinkinder und Eltern (Krabbel-Gottesdienste) · Gottesdienste für Kindergartenkinder und Eltern · Kinder-Gottesdienste · Familien-Gottesdienste · Jugend-Gottesdienste · Gottesdienste für Fernstehende · Themenreihen im Gottesdienst · Gottesdienste mit musikalischem Schwerpunkt · Gottesdienste mit Gast-Referenten · Gottesdienste auch werktags sowie nachmittags oder abends
Die Arbeitsgruppe „Gottesdienste“ entwickelt neue Formen und regt Interessierte zur Mitarbeit an Sondergottesdiensten an. Dabei sollen vor allem Jugendgottesdienste in den Blick genommen werden.
2. Seelsorge Seelsorge als Schwerpunkt der Gemeindearbeit braucht Menschen, die durch Schulungsangebote der Landeskirche und regelmäßigen Austausch mit professionellen SeelsorgerInnen ihres Vertrauens in ihrer Arbeit unterstützt, zugerüstet und begleitet werden. Wenn nötig, sollte auch die Möglichkeit der Supervision gegeben sein. Es wird die Einrichtung eines bezirksübergreifenden Besuchsdienstkreises angestrebt. Das Presbyterium berät über die Praxis der Seelsorge und regt gegebenenfalls neue Zugänge an.
3. Diakonisches Handeln Diakonisches Handeln geschieht auch in Kooperation mit Diakoniestation, Telefonseelsorge, den Einrichtungen des Diakonischen Werkes und Beratungsstellen anderer Träger. Vor Ort vor allem durch Senioren-, Flüchtlings- und Behindertenarbeit, Einzelfallhilfe und Beratung. Es ist die Aufgabe des Diakonieausschusses, die gesellschaftlichen Entwicklungen im Blick zu behalten und seine Arbeit an den jeweiligen Gegebenheiten zu überprüfen. 4. Bildung und Erziehungsarbeit Wir halten ein vielfältiges Angebot für alle Altergruppen bereit: Familienbildungsstätte, Familienbüro, Kindergärten, Jugendeinrichtungen sowie Konfirmandenunterricht bieten Orientierung und vermitteln Werte, um den Alltag und das Leben innerhalb der Gemeinschaft verantwortungsbewusst zu gestalten.
Mit den Angeboten im Bereich „Bildung und Erziehung“ wollen wir christliche Gemeinde als Lerngemeinschaft verwirklichen, zugleich aber auch für alle Menschen außerhalb der Gemeinde offen sein, um aktiv den Gemeindeaufbau zu unterstützen. Da Bildungs- und Erziehungsarbeit sich durch die gesamte Gemeindearbeit zieht, sind die einzelnen Dienststellen mit diesem Teil ihrer Arbeit schon in anderen zuständigen Ausschüssen vertreten. 5. Mission und Ökumene Mission vor Ort meint Angebote für der Kirche fern stehende oder entfremdete Menschen (z.B. Gottesdienste für Fernstehende). Sie braucht phantasievolle, niederschwellige Angebote (z.B. Stand auf dem Voerder Marktplatz) und menschliche Kontakte (abholen und mitnehmen).
MissionarInnen im Ausland sind auf Unterstützung von Heimatgemeinden und Freundeskreisen angewiesen (zurzeit Projekte in Uganda und Äthiopien). Dabei können die finanzkräftigeren Länder von dem geistlichen Reichtum der armen Länder profitieren.
Die Partnerschaft mit der Gemeinde in Müllrose hilft, den Blick auf eben solche Unterschiede im eigenen Land zu lenken.
Die „Eine-Welt-Arbeit“ ist eine Brücke von den Missionsländern zu den Menschen in unserer Stadt. Sie informiert über Lebens- und Arbeitsverhältnisse in der so genannten „Dritten Welt“ und fordert unter anderem gerechte Löhne (Entschuldungskampagne).
Ökumene wird schwerpunktmäßig verstanden als der gemeinsame Einsatz der christlichen Kirchen für die bewohnte Erde. Vor Ort arbeiten kath. und evang. Kirchengemeinde durch vielfältige Angebote miteinander. Hinzugekommen ist der Dialog mit anderen Religionsgemeinschaften (interreligiöses Gebet in Voerde). Der jüdisch-christliche Dialog geschieht durch den synodalen Ausschuss des Kirchenkreises.
Die Arbeitsgruppe Gemeindekonzeption regt die Einrichtung eines Ausschusses Mission und Ökumene an, der einmal jährlich die Missionsarbeit und die ökumenische Arbeit reflektiert und weiter entwickelt. 6. Gemeinde erleben Gemeinschaft erleben und Begegnung ermöglichen: Hierzu bietet unsere Gemeinde bereits eine Vielzahl von Möglichkeiten: in Gottesdiensten, Gemeindegruppen, in der Kinder- und Jugendarbeit. Auch durch die Angebote der Familienbildungsstätte, deren Arbeit unter dem Motto steht: „Lernen, miteinander zu leben“, werden Kontakte geschaffen und der Vereinzelung entgegengewirkt. Wir versuchen mit unseren Angeboten, keine Altersgruppe aus dem Blick zu verlieren.
Erweitert werden muss das niederschwellige, offene Angebot, um mehr Menschen zu erreichen, die der Kirche distanziert gegenüber stehen. Dazu werden zentral gelegene Räumlichkeiten benötigt, zum Beispiel für ein Kirchencafe mit entsprechenden Öffnungszeiten.
Generationsübergreifende Angebote (gemeinsame Aktivitäten, praktische Arbeit für die Gemeinde) können dazu beitragen, Verantwortung füreinander zu übernehmen und den gegenseitigen Respekt zu stärken.
Bei bezirklichen Mitarbeitertreffen soll den Mitarbeitenden Gelegenheit gegeben werden, über ihre Arbeit zu berichten und Unterstützung zu erfahren. 7. Öffentlichkeitsarbeit Die Menschen dieser Stadt sollen darauf aufmerksam gemacht werden, dass Kirche in unserer Stadt präsent ist und dass sie vieles tut. Aktionen und Veranstaltungen sollen bekannt gemacht werden, damit Menschen zur Teilnahme motiviert werden. Öffentlichkeitsarbeit soll geschehen durch: · Ankündigungen und Berichte in den Tageszeitungen · den Gemeindebrief · Plakate und Handzettel bei besonderen Veranstaltungen · Abkündigungen in Gottesdiensten · Werbung in den Schulen · Freizeit- und Veranstaltungskataloge · Elternbriefe in den Kindergärten und Kreisen · Internetseiten/Homepage · Broschüren für Neu-Zugezogene · Informationshefte über die Gemeinde vor Ort · Nutzung der städtischen Öffentlichkeitsarbeit (Kulturkalender, Kulturangebote) · Schaukästen 8. Ressourcenorientiertes Handeln Die Kirchengemeinde muss von Jahr zu Jahr mit erheblich weniger Geld auskommen und darum ihre Ausgaben drastisch senken. Das kann vorerst geschehen durch den Verkauf von Gebäuden und eine sozial verträgliche Einsparung von hauptamtlichen Mitarbeitenden. Im Einzelnen könnten die nächsten Schritte sein: · Aufgabe des „Hauses der Kirche“ in der Innenstadt · Zusammenlegung der beiden Innenstadt-Pfarrbezirke und Neuordnung der Bezirksgrenzen · Aufgabe eines Gemeindehauses im Zentrum · Aufgabe einer Pfarrstelle bis etwa 2008 / alternativ Reduzierung der jetzigen Vollzeitstellen · Aufgabe des Familienbüros mit gleichzeitiger Sicherstellung einer qualifizierten gemeindlichen Kinder- und Familienarbeit und fachlichen Begleitung der Ehrenamtlichen · Überprüfung von Einsparmöglichkeiten in der Jugendarbeit · Einsparungen bei den Kindergärten · mehr überbezirkliche Angebote · Gewinnung, stärkere Begleitung und Schulung der ehrenamtlichen Mitarbeiter · kirchlich orientierte Angebote in den Vordergrund stellen
Neue Finanzquellen für die Gemeindearbeit erschließen durch:
· projektbezogene Spendensammlungen · Information und Aufruf zu Stiftungen u. a. · Einrichtung von „Freundes- und Unterstützerkreisen“ für Arbeitsgebiete · Aufruf zu Spenden von Gemeindemitgliedern ohne Kirchensteuerpflicht · gebäudespezifische Spenden (Sponsoring)
Der Ausschuss für Finanzen, Bauten und Liegenschaften steckt den Rahmen ab, wie viel bezahlte Gemeindearbeit möglich ist. IX. Begleitung und Fortschreibung
Die Begleitung der Arbeit soll durch die vom Presbyterium berufenen Fachausschüsse und das Gesamtpresbyterium selber geschehen. Nach Verabschiedung der Konzeption sollen die Ausschüsse über die ihnen zugewiesenen Arbeitsgebiete und die Gestaltung der Arbeit im Sinne der Konzeption beraten. Das Presbyterium bittet interessierte Gemeindeglieder, an der praktischen Umsetzung der in Kapitel VIII, Punkte 1-7 genannten Arbeitsschwerpunkte mitzuarbeiten, um so die Begleitung und Fortschreibung der Gemeinde-Konzeption sicherzustellen. Alle 2-3 Jahre lädt das Presbyterium zu einem Klausurtag ein, an dem durch Rückblick und Ausblick die fortlaufende Anpassung der Gemeinde-Konzeption geschieht. Einmal jährlich findet eine Gemeindeversammlung statt, auf der über den Prozess berichtet und diskutiert wird. X. Schlussgedanken Der Konzeptionsentwurf für die Arbeit der evangelischen Kirchengemeinde Götterswickerhamm versucht aufzuzeigen, wie – nach den Vorgaben aus der Zukunftskonferenz vom Februar 2003 – in nächster Zeit verfahren werden kann.
Der Sparzwang wird engere Grenzen für die Gemeindearbeit setzen.
Jede Zeit hat neue Herausforderungen für die Kirche, auf die die Christen, geleitet vom Evangelium, Antworten finden müssen. In allem Bemühen darum wissen wir uns getragen von dem Anspruch und Zuspruch Gottes, dass wir seine Kinder sind. Der Gott, der durch die Zeiten mit uns geht, beauftragt uns dazu, mit dem uns Anvertrauten verantwortlich umzugehen. Bei allen Entscheidungen sollen wir so handeln, dass Respekt spürbar ist für das, was Generationen vor uns aufgebaut haben. Zugleich wollen wir nachhaltige Entwicklungen in Gang setzen, damit auch zukünftige Generationen als die „guten Haushalter Gottes“ Gemeindearbeit fortführen können.
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