Ein Freund aus Weißrussland!
Marlies Wellmer sprach mit Sascha Logutjonok.

Sascha Logutjonok, 22 Jahre, begleitete zum zweiten Mal als Betreuer und Dolmetscher die weißrussische Kindergruppe, die im Sommer zur Erholung hier war. Bei der Freizeit der weißrussischen und deutschen Kinder in der Jugendfreizeitstätte in Gahlen sprach Marlies Wellmer mit ihm.
M.Wellmer: Sascha, seit wann begleitest du Kindergruppen, die zur Erholung ins Ausland fahren und wie bist du zu dieser Aufgabe gekommen?
S.Logutjonok: Zuerst fuhr ich selbst als Kind mit in solche Erholungsmaßnahmen. Das erste Mal, als ich 10 Jahre alt war, nach Chemnitz, das damals noch Karl-Marx-Stadt hieß. Als Betreuer habe ich erstmals 1996 eine Kindergruppe nach Rathenow in Brandenburg begleitet.
Du bist ja nicht nur der Betreuer der Kinder. Für uns bist du auch unverzichtbar als Dolmetscher.
Nach meinem Schulabschluss besuchte ich die Sprachenhochschule in Minsk und absolvierte dort ein Deutschstudium sowie die pädagogische Ausbildung für das Lehramt. Durch das Sprachstudium bekam ich Kontakt mit der Stiftung „Den Kindern von Tschernobyl“. Über diese Stiftung habe ich Voerde kennengelernt.
Ein Kennenlernen auf Gegenseitigkeit, denn die Stiftung in Minsk ist unsere Partnerin bei der Organisation der Kinderreisen. Nun bist du zum zweiten Mal in Voerde dabei. Wie gefällt es dir bei uns?
Ich bin gerne wieder hierher gekommen. Mir gefällt es, wie der Aufenthalt organisiert ist. Ihr habt ein gutes Programm. Die Gastfamilien geben sich viel Mühe und ich wusste, dass ich in der Freizeit Freunde aus dem Jahr 2000 treffe. Die wollte ich auf jeden Fall wieder sehen. Ich tausche mich gerne mit jungen Deutschen aus, lerne ihre Weltsicht kennen und diskutiere über gesellschaftliche Fragen mit ihnen. Dazu habe ich hier die Möglichkeit.
Ich habe gehört, dass dein Engagement und deine guten Sprachleistungen belohnt worden sind.
Ja, ich habe ein Stipendium bekommen und darf ab September für ein Jahr in Berlin studieren. Außerdem nehme ich im September in der Bildungsstätte in Nordwalde bei Münster an einer internationalen Jugendkonferenz teil. Ich habe mehrere weißrussische Jugendliche über ihren Alltag interviewt. Bei dem Treffen in Nordwalde geht es um den Austausch zwischen unserem Lebensalltag und dem anderer Jugendlicher. Wir wollen uns kennen lernen und voneinander lernen.
Nimm für alle deine Vorhaben unsere guten Wünsche mit, Sascha. Du bist für uns zu einem guten Freund geworden und wir hoffen, dass du auch beim nächsten Projekt 2006 wieder dabei sein wirst. Vielen Dank für das Gespräch.
Marlies Wellmer