Irene Goch ist eine der vielen Mitarbeiterinnen in der Gemeinde, auf die niemand verzichten kann. Seit 50 Jahren ist sie Mitglied der Frauenhilfe. Das ist Anlass genug, sie unseren Leserinnen und Lesern vorzustellen.

Irene, Du hast vor einigen Wochen ein Jubiläum gefeiert: 50 Jahre Mitgliedschaft in der Frauenhilfe. Das ist ein halbes Jahrhundert. Wie kam es zu Deinen kirchlichen Kontakten?
Irene Goch: Ich war ab dem Kindergottesdienst mit der Kirche verbunden. Als ich 14 Jahre alt war, habe ich beim Pakete Packen für Frankfurt/Oder geholfen und den „Weg“, die Kirchenzeitung, ausgetragen. Wir haben damals auch geholfen, einmal im Jahr die Kirche gründlich zu putzen. Wenn ein neuer Pfarrer einzog, wurde auch bei der Renovierung im Pfarrhaus geholfen, z. B. Tapeten abreißen.
Wie alt warst Du, als Du in die Frauenhilfe gegangen bist?
18 Jahre, Oma und Mutter gehörten auch dazu.
Warst Du die einzige junge Frau?
Ja, die anderen Frauen waren 40 Jahre und älter. Aber es war immer schön und eine gute Gemeinschaft.
Hat sich der Ablauf der Frauenhilfstreffen in der Zwischenzeit verändert?
Früher wurde noch gehandarbeitet, das ist eingeschlafen. Ansonsten Kaffee trinken, Andacht, so wie heute.
Ist Dir etwas in besonderer Erinnerung geblieben?
Als Pakete für Frankfurt/Oder gepackt wurden oben im Wohnzimmer von Pastor Petri, da ist sein schwarzer Anzug aus Versehen mit eingepackt worden. Keiner wußte, in welchem Paket der sein könnte. Alle aufmachen wollten wir nicht. So musste sich Herr Petri einen neuen kaufen. Wir waren auch in Frankfurt/Oder 1983. Schwester Lieselotte und ich waren in der Nähstube. Berge von Wäsche haben wir geflickt. Als Dank bekamen wir sebstgebastelte Batikeier.
Welche Aufgaben hatte und hat die Frauenhilfe?
Früher wurden Kranke besucht und gepflegt. Es wurde bei Armut für genügend Nachthemden, Waschlappen und Seife gesorgt. Heute besuchen wir die Kranken und Geburtstagskinder der Frauenhilfe.
Und die Frauenhilfe hat ja vieles angeschafft im Bezirk?
Wir haben Porzellan und Tischdecken gekauft, die Spülmaschine und die Kaffeemaschine mitfinanziert. Eine Zeitlang haben wir ein Patenkind unterstützt von der Kindernothilfe. In den letzten Jahren haben wir für die Kinder aus Tschernobyl Geld gegeben.
Du bist ja nicht nur in der Frauenhilfe aktiv. Wo außerdem noch?
Ich gehöre zur Tanzgruppe, und koche bei Freizeiten und den Kinder-Bibelta-gen. Außerdem habe ich 30 Jahre lang den Gemeindebrief ausgetragen. Beim großen Frauenfrühstück mache ich auch mit.
Hast Du einen Wunsch für die Gemeinde und die Frauenhilfe?
Man hat viele Wünsche. Dass alles weiter bestehen bleibt. Es kommen jetzt auch jüngere Frauen, so dass es weitergehen könnte.
Das hoffen wir. Vielen Dank für dieses Gespräch.