Seit dem 8.11.05 im Foyer des Rathauses Voerde

Die vielen, in kurzer Zeit nach der Öffnung der Ost-West-Grenzen entstandenen Initiativen sind wohl eine der eindrücklichsten gesellschaftlichen Entwicklungen Deutschlands. Sie engagieren sich, um den Menschen in Mittel- und Osteuropa bei der Überwindung ihrer aktuellen Schwierigkeiten zu helfen. Bei vielen war von Anfang an die Situation von Menschen mit Behinderung im Blick. Aus den spontanen Aktionen entwickelte sich Ziel orientierte Projektarbeit, wie z.B. die „Initiative Pskow – Spuren in die Zukunft“.

Wiege der Initiative Pskow war die Ev. Akademie Mülheim a.d. Ruhr. 1988 erhielt die Ev. Akademie von der Leitung der Ev. Kirche im Rheinland den Auftrag, einzutreten für die Versöhnung mit den Menschen der Sowjetunion. Dafür sollte sie Tagungen, Projekte und eine Versöhnungsreise nach Pskow , 270 km südwestlich von Petersburg gelegen, vorbereiten. Die erste Fahrt fand am 22. Juni 1991 statt. 1998 machte sich die Initiative Pskow selbständig. Sie ist ein Zusammenschluss von Christen in ganz Deutschland und zählt heute 261 Mitglieder. Die Ev. Kirche im Rheinland unterstützt die Arbeit der Initiative, finanziert sie aber nicht.

Anschaulich und engagiert erzählt Dr. Dieter Bach, Geschäftsführer der Initiative, von dem Aufbau in Pskow. „Behinderte Kinder werden auch heute noch in der Sowjetunion weggesteckt“, berichtet Dieter Bach, „sie sind nicht lern- und förderungswürdig. Sie sind ein Webfehler im System“. Hier war der Ansatz, für diese Menschen etwas zu tun. Das Heilpädagogische Zentrum, eine Schule für geistig und mehrfach behinderte Schülerinnen und Schüler, stand am Anfang der Entwicklung. Heute zählen zur Arbeit der Initiative unter anderem Fachhochschulen, Werkstätten für behinderte Menschen, mehrere Suppenküchen, ein Waisenhaus , eine Station für verlassene Säuglinge, eine Gärtnerei und ein Hospiz.

Die Ausstellung im Foyer des Rathauses Voerde, die noch bis zum 18.11.05 während der Öffnungszeiten zu sehen ist, macht die Arbeit der Initiative, die bisher von vielen kleinen und einigen größeren Sponsoren finanziert wird, deutlich.

Die Ausstellung kann für Gemeinden, Kreise und Schulen ausgeliehen werden: Telefon 0203/66 65 64.