Unser Finanzkirchmeister

Die fetten Jahre sind vorüber!

Ein Gespräch mit dem Presbyter Rainer Hemsteg über die finanzielle Situation unserer Kirchengemeinde

Gemeindebrief: Herr Hemsteg, Sie sind schon lange im Finanzauschuß des Presbyteriums.

R. Hemsteg: Das kann man wohl sagen. Es sind demnächst 25 Jahre.

Dann sind Sie ein Fachmann in Fragen der Gemeindefinanzen. Wie beurteilen Sie die gegenwärtige Situation?

Sie ist schwierig, und Änderungen zum Positiven sind nicht zu erwarten.

Das heißt, die guten Zeiten, also die ‚fetten Jahre’ sind vorbei?

Ja, etwa seit 1997 sind die Einnahmen rückläufig. Schon da dachten wir darüber nach, wo Einsparungen möglich sind. Aber den Ernst der Lage hatte zu der Zeit noch niemand erkennen können.

Sind die Kirchenaustritte als Ursache dafür anzusehen?

Nein, die fallen nicht ins Gewicht. Es sind die gesamtwirtschaftliche Lage und die Steuerreformen.

Das lässt sich nicht beeinflussen. Wo können dann Ausgaben gekürzt werden?

Nur im personellen Bereich. Wir haben den Kindergarten Christian Morgenstern abgegeben und werden im Kindergarten Rönskenstraße Gruppen reduzieren. Dabei muss man auch die rückläufigen Kinderzahlen bedenken. Bei diesen Maßnahmen wird es aber nicht bleiben.

Sie haben damit aber schon einiges erreicht. Wieviel ...?

.... das wird erst Ende 2005 deutlich. Doch dann könnte eine weitere Stufe der Steuerreform bevorstehen, und wir wissen überhaupt nicht, was das für uns genau bedeuten wird.

Was schätzen Sie?

Mit 7 bis 8 % Mindereinnahmen im Vergleich zum Jahre 2003 müssen wir im laufenden Jahr rechnen, und das werden ca. 150.000,00 Euro sein. Für das Jahr 2005 werden vom Landeskirchenamt weitere drei Prozent prognostiziert. Eine Schätzung für das Jahr 2006 ist zur Zeit noch nicht möglich, doch wir werden mit Sicherheit mit weniger Mitteln auskommen müssen.

Dann werden zusätzliche Entscheidungen getroffen werden müssen, die das Presbyterium den Gemeindegliedern richtig vermitteln muss.

Das wird schwierig und Widerstand hervorrufen.

Wir wünschen Ihnen und dem Presbyterium gutes Gelingen. Für das Gespräch danken wir.