Korkenzieher mit Linksdrehung?
Kurioses vom Alltag der Linkshänder.
Dass jemand mit der linken Hand treffsicher einen Nagel in die Wand schlägt, können Rechtshänder kaum glauben. Das Schreiben mit links sieht in ihren Augen schief aus. Um alltägliche Kleinigkeiten wie diese ging es im Linkshändergottesdienst im Gemeindehaus Rönskenhof.
„Was, das soll ein Thema für den Gottesdienst sein?“ fragten manche Voerder in der Vorbereitung spöttisch. Andere waren überrascht: „Mit so etwas beschäftigt sich die Kirche auch?“ Den meisten Menschen ist nicht bekannt, dass am 13. August weltweit der Linkshändertag begangen wird.

Locker packte Pfarrer Jung, der selbst linkshändig veranlagt ist, das Thema an. Er erzählte von eigenen Erfahrungen, von Restaurantbesuchen und Bohrmaschinenbedienung, von kleinen Kuriositäten des Alltags, die Rechts- und Linkshändern oft gar nicht bewusst sind. So lud er die Rechtshänder ein, einmal den Linkshänder-Anspitzer oder den speziellen Korkenzieher zu benutzen, um zu erfahren, wie Linkshänder ihr Leben lang alles „falsch herum“ drehen müssen. Und er regte zum Nachdenken an, sprach über Vorurteile und den Zwang, mit dem Eltern und Lehrer ihren Kindern früher die Nutzung der rechten Hand vorschrieben.
„In der Bibel habe er kein einheitliches Bild von der Linkshändigkeit ausmachen können“, sagte Matthias Jung in seiner Predigt, „obwohl es 701 kleinere Texte über links und rechts geben soll“. So sei in Richter 20, Vers 16, die Rede davon, dass aus dem Volk 700 Mann auserlesen waren, die link waren, die konnten mit der Schleuder ein Haar treffen und verfehlten es nicht.
In dem Gottesdienst war auch der Filmemacher Christoph Felder aus Lohmar anwesend, der vom Gottesdienst einen Mitschnitt machte, der voraussichtlich am 20. Oktober bei “arte“ gesendet wird.
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