Stock-Wechsel beim Posaunenchor Voerde
Ein Gespräch mit dem neuen Dirigenten Gerhard Friedrich.

Den Taktstock hat der eine zwar nie in seinem musikalischen Dirigentenleben benutzt, aber trotzdem hatte er seine Musiker stets gut im Griff. Der Neue macht es bisher ebenfalls ohne Taktstock und gut. Der Neue ist Gerhard Friedrich, der seit Oktober 2000 den Posaunenchor Voerde musikalisch führt. Er übernahm die Leitung vom langjährigen Dirigenten Bernhard Bassfeld, der sich nach 41 Jahren aus diesem Amt in den Ruhestand verabschiedete. Das folgende Gespräch mit Gerhard Friedrich führte das Posaunenchormitglied Horst Füllgraf.
Gerhard, du bist von Kindesbeinen an mit der Musik groß geworden. Wie kamst du zur Musik?
Über meine Mutter, die immer schon musikalisch war und hervorragend singen konnte. Aber auch durch meinen Vater. Er spielte früher Klarinette, später Horn im Blasorchester unseres 900-Seelen-Dorfes.
Wann hast du dein erstes Instrument gespielt?
In meiner Kindheit hat mein Onkel in der Verwandtschaft häufig Singeabende veranstaltet. Das waren für mich Lichtblicke, die ich noch heute in guter Erinnerung habe. In der Grundschule lernte ich zunächst an der Blockflöte. Die alte Klarinette vom Vater war meine erstes eigenes Instrument. Darauf spielen lernte ich im zarten Alter von 11 Jahren. Damals ging ich in die Sexta, der Klasse 5, des Friedrichgymnasiums in Freiburg.
Gerhard, deine musikalische Laufbahn der frühen Jahre hast du beruflich zunächst nicht weitergeführt, sondern bist der Klarinette über Jahre, später auch dem Saxophon nebenberuflich treu geblieben. Dabei hast du schon in vielen Gruppen gespielt ....
....ja, das fing mit der Tanzband aus meinem Dorf am Kaiserstuhl an, anschließend durfte ich während meiner Bundeswehrzeit im Musikchor der Bundeswehr spielen. Nach meiner Dienstzeit war ich in der Bigband der Musikhochschule Freiburg aktiv.
In den letzten Jahren kamen noch einige Saxophon-Quartette hinzu und
das Kammerorchester Dinslaken, sowie die Mitwirkung im Chor der Niederrheinischen Musikschule der Stadt Duisburg.
Wo hört Musik für dich auf?
Wenn sie zu laut ist.
Hast du dir besondere Ziele für deinen neuen Chor, den Posaunenchor Voerde, gesetzt?
Ja, zwei, die ich sofort nennen kann. Zum einen möchte ich den sogenannten Ansatz der Musiker verbessern. Das ist die Fähigkeit des Bläsers über längere Zeit zu blasen und dabei saubere und gute Töne zu erzielen. Die Mund- und Lippenmuskeln werden verstärkt trainiert. Vielleicht wäre in diesem Zusammenhang eine Verlegung des Übungsabends von Montag auf die Wochenmitte sinnvoll, denn dann hätten wir mit den häufigen Einsätzen an Sonn- und Feiertagen einen gleichmäßigeren Arbeits- und Übungserfolg.
Als weiteres Ziel möchte ich, wenigsten einmal im Jahr, mit dem Chor eine konzertante Veranstaltung durchführen, wie wir sie zum 70-jährigen Bestehen unseres Chores in der Kirche Götterswickerhamm hatten.
Was schätzt du am Posaunenchor Voerde?
Alle Bläser sind musikalisch motiviert und menschlich sehr angenehm. Zur Zeit haben wir eine starke Verjüngung zu verzeichnen. Die zwei jüngsten Mitglieder sind 11 und 13 Jahre alt. Wir sind aber auch weiterhin für jeden jungen Menschen, der Spaß an Trompete oder Posaune hat, offen. Zum Schluss noch ein ganz persönliches Wort: Ich fühle mich seit der Arbeit mit dem Chor und durch alle seine Veranstaltungen auch mit der Gemeinde stärker verbunden. Ich fühle mich in Voerde mehr zu Hause als bisher.