Frau Boss, Mitarbeiterin in der Konfirmandenarbeit

Gemeindebrief: Frau Boß, wie sind Sie zu dieser ehrenamtlichen Tätigkeit gekommen?

Bei Anmeldung unseres Sohnes bat Frau Ibbeken um Mithilfe durch Mütter bei der Einteilung der Gruppen. Da habe ich gedacht, das ist ja einfach, das kann ich. Dann bin ich in diese Aufgabe hineingewachsen, von der ich zuerst keine Vorstellung hatte, was auf mich zukommen würde.

Als berufstätige Mutter eines 13 jährigen Sohnes und einer 11 jährigen Tochter bleibt Ihnen da noch Zeit für die Arbeit mit den Konfirmanden?

Von Arbeit kann man nicht sprechen. Diese Mitarbeit macht mir Spaß.

Alle vierzehn Tage findet der zweistündige Konfirmandenunterricht statt. Einmal im Monat treffen wir uns dann, d.h. wir drei Konfirmandenmütter und Frau Ibbeken nach dem Unterricht, und planen die nächsten Stunden. Dabei bringen wir Ideen und Vorschläge mit ein, aber die Hauptarbeit und die Ausarbeitung liegen bei Frau Ibbeken.

Die 40 Konfirmandinnen und Konfirmanden sind in zwei Gruppen aufgeteilt, die jeweils am Dienstag Unterricht haben. Wie sieht dieser Nachmittag dann aus?

Wir beginnen mit einer gemeinsamen Sitzkreisrunde. Nach der Begrüßung, dem Psalm und gemeinsamen Singen, liest ein KonfirmandIn eine vorbereitete Geschichte aus der Bibel laut vor und begründet, warum er/sie die Geschichte ausgewählt hat. Vielfach wird hier der Text nach dem Motto: je kürzer, desto besser, ausgesucht. Ausgelacht wird aber keiner, wenn er über diese Bibelstelle spricht. In diesem Alter sind die Kinder sehr empfindlich. So lernen die Kinder die Bibel näher kennen und haben die Pflicht, etwas zum Unterricht beizutragen.

Anschließend arbeiten wir ca. eine Stunde in den Gruppen, die sich auf die Räume im Gemeindehaus verteilen. Besonders motiviert sind die Jugendlichen in den Stunden, in denen z. B. Bibelverse in Rätseln gesucht werden oder gebastelt wird.

In der Pause wird das Naschwerk gegessen, das von den Jugendlichen für alle mitgebracht wurde. Auch diese Zeit ist für alle sehr wichtig. Zum Abschluss beten wir gemeinsam das Vaterunser.

Für viele Jugendliche ist diese Zeit eine erste intensive Begegnung mit Kirche und Gemeindeleben. Welchen Eindruck haben Sie von der Motivation der 13 bis 14 jährigen zum Konfirmandenunterricht?

Für die meisten der Jugendlichen stehen sicherlich die Geschenke, die es zur Konfirmation geben wird, im Vordergrund.

Alle kommen aber gern zum Unterricht und sind motiviert. Man merkt jedoch sehr deutlich, ob die Jugendlichen bereits im Elternhaus mit Kirche in Berührung kommen. Einige Kinder wussten noch nicht, dass auch der Gottesdienstbesuch am Sonntag mit dazugehört. Dabei ist anzumerken, dass für die Voerder Kinder, die ich mit betreue, der frühe Gottesdienstbeginn um 9.30 Uhr und der Anfahrtsweg mit dem Rad im Winter mitunter beschwerlich sind.

Es ist sicher nicht immer einfach mit Jugendlichen in der Pubertät zu arbeiten. Haben Sie bisher Probleme mit ihnen gehabt?

Nein, bisher noch nicht. Es ist ein liebe Gruppe, die sich altersgemäß benimmt, viel gibbelt, einige müssen auch schon mal ermahnt werden, aber sie haben Respekt vor mir und sind freundlich.

Und Ihr Sohn, wie steht er dazu, dass Sie die Gruppenmutter sind?

Meine Sorge, dass er mir gegenüber keinen Respekt zeigt, war nicht berechtigt. Im Gegenteil. Doch meist achten wir darauf, dass er in einer anderen Gruppe mitarbeitet.

Gibt es von den anderen Eltern eine Resonanz zu Ihrer Mitarbeit?

Es hat sich noch niemand geäußert.. Viele sind sicher froh, dass der Unterricht sie nicht selbst zeitlich belastet .... Wäre ich sicherlich auch, wenn ich diese Aufgabe nicht übernommen hätte und so aktiv mitbekomme, was in der Konfirmandenzeit erarbeitet wird.

Werden Sie nach dieser ‚Konfizeit‘ noch weiter mitarbeiten?

Wenn meine Hilfe weiter nötig ist, werde ich es gern tun; doch meine Tochter, die dann zum Unterricht angemeldet wird, wird sicher auf meiner Mitarbeit bestehen.

Dann wünsche ich Ihnen für die Zukunft weiterhin soviel Freude und Energie bei Ihrer Aufgabe und danke Ihnen für dieses offene Gespräch.

Kempken-Weuster