Frau Blanke

Vom Karteikasten zum Computer!

Gemeindebrief: Sie arbeiten jetzt dreißig Jahre für unsere Kirchengemeinde. Wie hat Ihre Arbeit 1974 angefangen?

Nach der Familienphase wollte ich wieder stundenweise arbeiten und bewarb mich auf eine Stellenausschreibung der Kirchengemeinde. Bei meiner Vorstellung waren der damalige Kirchmeister W.Neuhaus und Pfarrer Hefendehl zugegen und begutachteten meine Anschläge auf der Schreibmaschine; ich musste nämlich auf der Maschine vorschreiben. Nach ziemlich langer Zeit - ich hatte schon gar nicht mehr damit gerechnet – kam dann eines Tages Pfarrer Trauthig zu mir und sagte: „Frau Blanke, Sie können bei uns anfangen“. Zunächst arbeitete ich mit Frau Sons zusammen und war sozusagen „Mädchen für alles“. Vom Meldewesen, über Friedhofsangelegenheiten bis zum Protokollschreiben machte ich alles. Es war sehr angenehm für mich, dass ich in jenen Jahren meine Arbeitszeit flexibel gestalten konnte, je nachdem, welche Schicht mein Mann gerade hatte. Da ist die Kirchengemeinde mir sehr entgegen gekommen. Als der ehemalige Gemeindeamtsleiter, Herr Bey, aus dem Dienst ausschied, arbeitete seine Nachfolgerin, Frau Stein, mich in alle Arbeitsgebiete ein, und ich übernahm das Buchungswesen.

Wo war denn damals Ihr Arbeitsplatz?

Unsere Büros waren alle im Pfarrhaus an der Voerder Kirche. Ich wanderte einen Raum weiter in das mittlere Zimmer. Im Eingangsbereich arbeiteten Frau Susen, Frau Stolper und schließlich auch Frau Pytlik. Gegenüber, auf der anderen Seite des Flures, waren das Amtszimmer des Pfarrers, das Archiv und das Jugendbüro, später dann das Familienbüro. Wir arbeiteten alle “Hand in Hand“. Ich erinnere mich sehr gerne an jene Zeiten.

Auch für Sie und Ihre Kolleginnen kam das Computer-Zeitalter.

Ja, das war 1990. Wir wurden in Düsseldorf geschult, und ich habe damals manchen Samstag in meinem Büro verbracht, um das Buchhaltungswesen mit allen Daten einzugeben. Heute sieht man bei der Haushaltsplanung alle Zahlen auf einen Blick. Das ist eine große Erleichterung.

In unseren Gemeinden spielt das Thema Geld in letzter Zeit eine große Rolle. Macht sich das in Ihrem Arbeitsgebiet bemerkbar?

Durch Wegfall des Christian-Morgenstern-Kindergartens habe ich weniger Buchungen.

Mittlerweile arbeiten Sie nicht mehr in Voerde ...

Nach einer Zwischenstation - zehn Jahre waren wir im Haus am Rathausplatz – zogen wir 2001 noch einmal um nach Dinslaken in das ‚Gemeinsame Gemeindeamt’. Dort arbeite ich mit 17 Leuten zusammen und bin nach wie vor zuständig für die Buchhaltung. Von meinen Kolleginnen aus der Voerder Zeit ist nur noch Beate Pytlik da.

Sie selber werden 2005 aus dem Dienst ausscheiden?

Ja, ich gehe in Altersteilzeit, die im kommenden Jahr beginnt. Mein Dienst bei der Kirchengemeinde endet dann nach 31 Jahren. Es waren für mich schöne Jahre mit einem gutem Arbeitsklima

Frau Blanke, ich danke Ihnen für die Einblicke in Ihr Berufsleben und für die langjährige Arbeit zum Wohl unserer Gemeinde.

Marlies Wellmer