1000 Jahre Kirchspiel

So würdig und schön hatten die Besucher ihre Kirche wohl selten erlebt. Bis auf den letzten Platz gefüllt und manche standen bei dem ökumenischen Festgottesdienst zum Auftakt der Feierlichkeiten "1000 Jahre Kirchspiel Götterswickerhamm", der gemeinsam von den katholischen und evangelischen Christen des Stadtgebietes Voerde vorbereitet und gestaltet wurde.

Es war ein bewegender Moment für die Gemeinde, als unter den Klängen der romantischen Faust-Orgel und des Posaunenchores Voerde der Präses der evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider, und Weihbischof Heinrich Janssen aus Xanten, begleitet von Pfarrerin Ibbeken, Pfarrer Gregor Rolfes und Mitgliedern des Presbyteriums, in die Kirche einzogen.

"Ich glaube nicht, dass in der langen Geschichte Geschichte unserer Kirche, je ein Weihbischof und ein Präses gemeinsam einen Gottesdienst gefeiert haben", freute sich Pfarrerin Ibbeken und bat um den Geist des gemeinsamen Verstehens.

Das Eingangsgebet sprach Pfarrer Rolfes von St. Barbara und St. Paulus. Er träumte von einer Kirche, in der niemand eine Maske trägt, in der niemand am Sinn des Lebens zweifelt, sondern in der man einfach und schlicht das Evangelium leben kann.

In seiner Predigt wies Präses Schneider darauf hin, dass Offenbarung geschenkt wird, dass Gott uns Menschen in seiner Liebe nahe kommt, dass er so Begegnung und Leben schafft. Zum Dienst der Christen im Alltag sagte er:" Legt das alte Joch ab, was euch knechtet, eure Sorgen um die Arbeit, das liebe Geld oder euer Ansehen vor den Menschen, dass könnt ihr getrost Jesus Christus anvertrauen, nehmt auf euch sein Joch, denn das ist viel leichter. Das heißt gute Nachricht, Evangelium durch die Zeit zu tragen, weiterzugeben, das ist Segen erfahren und schenken.

Weihbischof Janssen knüpfte an das Wort "Segen" an und gab den Christen mit auf den Weg:" Wer im Segen Gottes lebt, der gestaltet und verändert, der entdeckt das Wertvolle in den Anderen Menschen und gibt ihnen Raum."

Pfarrer Ralf Federwisch, der Vorsitzende des Presbyteriums, überreichte Hanke Ibbeken und Gregor Rolfes je ein Blumengebinde als Dank für die vielen Gedanken, die sie sich und anderen bei der Vorbereitung des Gottesdienstes und des anschließende Gemeindefestes gemacht hatten.

Präses Schneider überbrachte auch die grüße und Gratulation der EKiR und dankte den beiden Kirchengemeinden und der Bürgergemeinde für ihr gutes Miteinander, das gerade in der heutigen Zeit unverzichtbar ist.

Dechant Josef Lenders brachte in seinem Grußwort zum Ausdruck, dass die Geschichte dieser Kirche auch ein Stück unserer Geschichte ist. "Wir wollen den Glauben weitertragen, dass er nicht erlischt.

"Was feiern wir heute eigentlich?" fragte der Superintendent Martin Duscha, denn viele können sich heute unter dem Begriff Kirchspiel nichts mehr vorstellen. Es gäbe unterschiedliche Übersetzungsmöglichkeiten, doch er leite es vom altgermanische "spell" ab, dem Erzählen. "In der Kirche wird Gottes Wort erzählt. Sein Dank ging auch an Bernhard Benninghff, den Vorsitzenden des Fördervereins, der es in zehn Jahren geschafft, diese Kirche, ein Kleinod am Niederrhein, so zu restaurieren, dass sie heute in einem hellen Glanz erstrahlt.

"Als letzter Redner hat man es immer schwer", sagte Leonhard Spitzer, Bürgermeister der Stadt Voerde. "Alles, was zu sagen ist, haben die Vorredner bereits überbracht. Da bleibt mir nur zu gratulieren und die grüße von Rat und Verwaltung zu überbringen." Er bat um ein weiteres gutes Miteinander bei der Bewältigung aller zukünftigen Aufgaben.

Im Anschluss an den Gottesdienst begann dann das ökumenische Gemeindefest mit all seinen Attraktionen.

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